Frau Kahane und die „Corona-Leugner“

Wenn wir bei der Wahrheit bleiben wollen, müssen wir konstatieren, dass diejenigen, denen die Corona-Maßnahmen zu weit gehen (laut einer Umfrage in Hessen ca. 15 % der Bevölkerung, von denen nur ein Teil sich öffentlich äußert oder gar demonstriert), die ihre Verhältnismäßigkeit anzweifeln oder vor ihren Langzeitschäden warnen, aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gründe und Motiven heraus argumentieren. Dabei mag es auch ein paar echte Corona-Leugner geben.

Die gleiche Vielfalt an Gründen und Motiven können wir wohl auch den 85 % der Maßnahmen-Befürworter unterstellen. Wenn nun seit Monaten in einem medialen Dauer-Bombardement alle Coronamaßnahmen-Kritiker pauschal als Corona-Leugner diskriminiert werden, enthält das ungefähr ein gleiches Maß an Wahrheit, als wenn nun die 85 %ige Mehrheit pauschal als Grundgesetz-Leugner bezeichnet werden würde.

Der Gebrauch einer solchen Propagandasprache ist das Gegenteil einer vernünftigen Konfliktlösung. Er beschädigt die demokratische Auseinandersetzung dauerthaft, grenzt aus und spaltet die Gesellschaft in der Tiefe. Deshalb sollten wir damit aufhören.

Frau Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, tut das Gegenteil. Sie gießt Öl ins Feuer, rüstet rhetorisch auf und hat nun auf einer Pressekonferenz am Dienstag, den 24.11., deutlich die rote Linie der demokratischen Auseinandersetzung überschritten.

Nach der von ihr dort vorgestellten Logik sind die Kritiker der Maßnahmen nicht nur Corona-Leugner sondern ausnahmslos angetrieben von Verschwörungstheorien, und diese wiederum seien alle zurückführbar auf eine Art Ur-Verschwörungstheorie: den Antisemitismus. Das bedeutet in der Quintessenz: wer, aus welchem Grund auch immer, die Corona-Maßnahmen kritisiert, ist ein Antisemit!

Das ist eine unerhörte Unterstellung und der Versuch einer Kriminalisierung von bis zu 15 % der deutschen Bevölkerung.

Und wer sich bis heute nichts so recht vorstellen konnte unter der Propagandakeule Verschwörungstheorie, sieht hier in den kruden Thesen von Frau Kahane nun ein  ausgewachsenes Exemplar einer waschechten Verschwörungstheorie vor sich.

Dass sie damit auch den (nebenbei ja auch noch existierenden) echten Antisemitismus verharmlost und den ehrlichen Warnern vor Antisemitismus in den Rücken fällt, scheint ihr egal zu sein.

Zu guter Letzt stellt ihre missbräuchliche Instrumentalisierung des Antisemitismus-Begriffes im Kern eine (strafrechtlich relevante?) Aufhetzung der Bevölkerungsmehrheit gegen eine Minderheit dar, die den innergesellschaftlichen Frieden demagogisch untergräbt.

Frau Kahane belässt es nicht dabei, gesellschaftliche Minderheiten pauschal zu diskriminieren, sie greift auch konkrete Personen aus der linken und demokratischen Zivilgesellschaft an und versucht, sie als Rechte auszugrenzen. Uns liegen Beweise vor, das sie die Amadeu-Antonio-Stiftung (in die auch Steuergelder fließen?) zweckentfremdet als eine Art Rufmord-Agentur instrumentalisiert. Als Beleg dafür und Beispiel für den jüngsten Versuch einer Verleumdungs- und Rufmordkampagne gegen Personen und Gruppen, mit denen wir konstruktiv zusammenarbeiten, seien folgende Texte genannt:

  1. Rechtsoffene Esoterik: Wo Ökospiritualität auf antiemanzipatorisches Gedankengut trifft - Belltower.News
  2. Stellungnahme zu Belltower Artikel von Gandalf Lipinski
  3. Stellungnahme von Anneke Jostes

Es wäre journalistisch üblich und hilfreich gewesen, zunächst mit den Betroffenen zu sprechen, bevor man in der Öffentlichkeit unbewiesene Unterstellungen über sie verbreitet.

Um die Möglichkeit zu eröffnen, statt diskriminierend über uns, sachorientiert mit uns zu reden, laden wir Sie ein zu einer offenen und öffentlichen Diskussion über diese Themen im Rahmen der „Witzenhäuser Gespräche“. Sollten Sie sich grundsätzlich dazu bereit erklären, machen wir Ihnen gern detailliertere Vorschläge dazu

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